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Dialekte Deutschlands

Dialekte gehören zu den Sprachvarietäten, die oft nur lokal verstanden werden. Diese punktuelle Ausrichtung bedeutet, dass sich Menschen zweier benachbarter Orte nicht im gleichen Dialekt oder der gleichen Mundart unterhalten. Die Dialektologie mit ihrer Spezialrichtung Soziolinguistik trägt dieser Tatsache Rechnung. Vor allem die Migration bewirkt zunehmend Soziolekte, d.h. ein Gemisch aus örtlicher Klangfarbe, fehlerhafter Grammatik und der Klangfarbe der Heimatsprache des Migranten und trägt die typischen Merkmale einer mündlich erlernten Sprache.

Im positiven Sinn ist der Dialekt zuständig für die Identität eines Menschen. Als Sonderform der Muttersprache schafft er Brücken der Kommunikation. So ist z.B. auffällig, dass im Süden Deutschlands viel mehr Menschen einen Dialekt sprechen und die Standardsprache oftmals gar nicht oder nur wenig angewendet und beherrscht wird, während dies in Norddeutschland gerade anders herum der Fall ist.

Daraus ergibt sich folgernd als Erkenntnis, dass der Dialekt selbst differenziert werden muss in einen überregionalen Dialekt und einen örtlichen Dialekt. Die Ursachen dafür liegen mit Sicherheit zum einen an der Tatsache, dass Deutschland in seiner historischen Entstehung niemals ein Zentralstaat war, in dem die Staatsgewalt für eine Vereinheitlichung der Sprache Sorge getragen hätte, wie dies z.B. in Frankreich der Fall war, zum anderen, dass Deutsch als regional gefärbte Standardsprache auch in anderen Ländern gesprochen wird (z.B. Österreich, Schweiz, Luxemburg), sich aber nicht der Standardisierung so unterworfen hat wie dies in Deutschland selbst der Fall war. Ein Schwyzer Deutsch, ein österreichisches Deutsch oder ein Luxemburger Deutsch zu verstehen ist zwar mit einiger Übung durchaus möglich, diese Klangfarbe, diesen Dialekt zu sprechen allerdings spontan nicht.

Die Schwäche von Dialekten ist, dass sie nicht in der Lage sind mit den Entwicklungen Schritt zu halten. Neologismen , die in einer lebendigen Sprache ständig neu entstehen, werden von einem Dialekt nicht aufgenommen. Er bleibt traditionell. In Deutschland selbst ist die Kommunikation durch die Wiedervereinigung seit 1989 nicht einfacher geworden, weil wieder neue Sprachvarietäten hinzugekommen sind, die durch die Existenz der "Mauer" vierzig Jahre aus den Ohren verschwunden waren. Mit Sicherheit kann man eines sagen: Ohne die Standardsprache (Hochdeutsch) können wir uns nicht schlüssig miteinander verständigen, ein Mecklenburger Dialektsprecher würde keinen Bayern und umgekehrt verstehen.

 

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